Rally Experience Austria

Rally & Rallycross

Im Sommer 2020 haben wir (Jürgen, Hermann und Marco) beschlossen das TSB-Rally Team Austria mit der Wildlife Experience zu fusionieren und unter dem neuen Namen
Rally Experience Austria zu führen. Somit gehören jetzt auch spannende Rally Rennen zum Alltag.

Aktuell gibt es immer wieder kleinere Treffen und Veranstaltungen im Umkreis von Amstetten und Graz. Seit der Gründung finden sich immer mehr Rally-Begeisterte, was die Community stetig wachsen lässt. 

Eine fixe Strecke ist bewusst nicht geplant, aktuell mieten wir uns bei ausgewählten Locations ein. Dies erspart uns zum Einen den ständigen Aufwand die Strecke in Schuss zu halten und zum Anderen haben wir mehr Abwechslung, denn jede Location bietet verschiedene Untergründen und Gegebenheiten.

Wir fahren zwei verschiedenen Modi: Race of Champions, also im Duell Auto gegen Auto, oder klassisches RallyCross auf Zeit, wo wir auch eine mobile Anlage mit kostengünstigen Transpondern von Robitronic für die Zeitmessung zur Verfügung haben. 

Wir bieten folgende Arten von Rennen:

WLE-Rally Experience, RACE OF CHAMPIONS

Beim Modus RACE OF CHAMPIONS fährt ein Starter den kürzeren, inneren Kurs, und der andere Starter den äußeren, längeren Kurs. Nach jeder Runde wechseln die beiden Starter jeweils die Bahn – so legt jeder Teilnehmen pro Rennen die gleiche Strecke zurück. Jener Teilnehmer, der nach der festgelegten Rundanzahl als erster die Start-Ziellinie überquert, ist Sieger des Laufs und steigt in die nächste Duellrunde auf.
Es werden so lange weitere Rennduelle ausgetragen, bis ein Tagessieger feststeht.
Optional können weitere Rennduelle um die hinteren Plätze ausgefahren werden.
Startgebühr: 15€


WLE-Rally Experience, RALLYCROSS

Beim Modus RALLYCROSS fährt jeder Starter von der Startlinie weg die selbe Strecke. Während des Rennens muss jeder Fahrer aber eine sogenannte Jokerlap (eigene Strecke innerhalb der Hauptstrecke) absolvieren.  Jener Starter, der nach der festgelegten Rundanzahl als erster die Start-Ziellinie überquert, ist Sieger des Laufs und steigt in die nächste Duellrunde auf.
Es werden so lange weitere Rennduelle ausgetragen, bis ein Tagessieger feststeht.
Optional können weitere Rennduelle um die hinteren Plätze ausgefahren werden.
Startgebühr: 15€ 

Rückblick auf vergangene Rally-Rennen ...

3... 2... 1... GO!

RC-Rallyfahren ist an sich nichts Neues. Die Idee dahinter ist simpel: man nehme ein Tourenwagenchassis, baue längere Dämpfer ein und schraube Rallyreifen dran. Das Resultat macht jede Menge Spaß und ist noch dazu richtig günstig – wenn man weiß, wie man es richtig macht.

Die Tschechen haben es schon vor Jahren vorgezeigt: mit umgebauten Tamiya Tourenwagen-Chassis. Mit liebevoll gestalteten, selbst tiefgezogenen Lexanbodies und mit tollen, handgemachten Rally-Accessoires werden auf Parkplätzen, Schotterflächen und Waldwegen landesweite Rallymeisterschaften ausgetragen.

Die technische Basis

Die Technik dahinter ist simpel, kann via YouTube abgeschaut und nachgebaut werden (https://youtu.be/igg_-_sRCsk) und ist auch für Einsteiger leicht bewältigbar. Das im Video gezeigte Tamiya TT01E-Chassis stellt eine günstige und solide Basis für einen Rallyflitzer dar.

Wer gerne mehr Einstellmöglichkeiten am Chassis hat und „Out-of- the-Box“ ein racingtaugliches Package wünscht, ist mit einem teureren Tamiya XV-01 oder dem MST-XXX recht gut bedient, in Tschechien werden komplett umgebaute Xray T3- und T4-Modelle bevorzugt. Von diversen anderen Herstellern gibt es noch jede Menge an Rallymodellen abseits des gängigen 1:10er-Maßstabs, die aber in der Szene eher Exotenstatus einnehmen. Die Wahl fällt also auf Chassis mit ca. 260 Millimeter Radstand und maximal 200mm Breite.

Das A und O beim 1:10-Rallyauto sind die Dämpfer und die Reifen. Erstere sollten auf jeden Fall zwischen 60 und 65 Millimeter lang sein, und ölbefüllt, um auch welligen Untergrund und kurze Schläge gut abfedern zu können. Bei den Reifen gibt es mittlerweile eine interessante Auswahl von HPI über Tamiya bis hin zu MST, aber auch diverse Eigenmarken wie beispielsweise von Kayhobbies.at Unterschiedliche Untergründe verlangen nach unterschiedlichen Gummimischungen und Profilen, nicht zuletzt zählt hier auch der persönliche Fahrstil. Im Vergleich zum schier unüberschaubaren Reifenangebot bei Buggies oder Flachbahnern ist die Wahl der richtigen Gummis und Einlagen beim Rallyfahren einfach und hat in der Praxis auch weniger dramatische Auswirkungen.

Wieviel Tuning ist wirklich notwendig!?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Grundsätzlich ist eine harmonische, neutrale Abstimmung sinnvoll, denn dann liegt das Auto auf geraden und schnellen, welligen Kurven sicher und schlägt keine Haken – auch nicht bei Lastwechsel. Genug Power, um aus dem Stand heraus einen Slide zu provozieren ist absolut unerlässlich, ansonsten ist Motorleistung nebensächlich (Grip ist wichtiger). Brushed oder Brushless, die Anzahl der Turns, usw. sind ohnehin ein eigenes Thema ...

Schnelle, wasserdichte Servos der 7 bis 10 Kilo-Klasse helfen, den Wagen auch in kritischen Situationen sicher zu beherrschen. Gesperrte Hinterachsen erleichtern das Driften, machen die 4WD-Chassis aber bei hohen Geschwindigkeiten unruhig und erhöhen den Verschleiß drastisch. Abgedichtete Kugellager sind obligat.

Generell gilt: ein mehr oder weniger wasserfestes Auto ist ein Muss! Wer viel auf Waldboden, Lehm oder Schotter fährt, muss sein Fahrzeug regelmäßig zerlegen und warten, denn der Staub frisst sich in die allerkleinste Ritze! Speziell das TT01E-Chassis braucht viel Aufmerksamkeit, dankt es einem aber mit extrem günstigen Ersatzteilpreisen und seiner legendären „Zähigkeit“.

Das Fahren an sich

Anders als bei Buggies und Flachbahnern kommt es beim Rallyfahren primär auf die eigenen Fahrkünste an und etwas weniger auf das Material. Ein gutes Gefühl fürs Auto, ein sauber abgestimmtes Fahrzeug und eine gute Reaktionsfähigkeit machen viel Leistung oder teures Tuning locker wett – die Praxis hat es gezeigt! Der Reiz am Rallyfahren liegt definitiv an den konstruktiven Nachteilen der Chassis. Sie sind weder besonders schnell, noch extrem geländegängig – aber sie machen unglaublich viel Spaß!

Bei den Fahr-Modi wird grundsätzlich zwischen RC-Rally und RC-RallyCross (ferner Race of Champions) unterschieden. Wie bei den 1:1-Vorbildern werden bei Rally-Stages von A nach B gefahren, RallyCross-Läufe finden dagegen auf Rundkursen statt. Für die Piloten heißt das entweder dem eigenen Auto hinterher joggen (Rally) oder auf einem Fahrerstand die Strecke überblicken (RallyCross).

Die Strecken

Eine Rally kann man fast auf jedem größeren Asphalt- oder Schotterplatz fahren. Die Kollegen aus Tschechien machen hier wieder einmal vor wie es geht: ein Mix aus unterschiedlichen Untergründen (rauer / glatter Asphalt, Schotter, Lehm oder Waldboden) machen Strecken interessant und selektiv, kleine Sprunghügel oder Schikanen ebenso. Ein absolutes No-Go sind grobe Steine, Äste, Wurzeln oder extreme Schlaglöcher. 

Beim RallyCrossen ist die Freiheit bei der Streckenwahl ebenso groß – vom Parkplatz bis zur Buggybahn (mit feinem Lehmuntergrund) ist so ziemlich alles möglich - große Sprunghügel oder Rampen machen weniger Sinn. Generell empfiehlt sich, temporäre Streckenbegrenzungen „weich“ zu bauen, denn Rallyfahren ist ein Kontaktsport. Da fliegen schon einmal ein paar Autos in die Absperrungen, und besser die Streckenbegrenzung bricht, als das Auto ...

Aber jetzt: Zahlen, bitte!

Das schöne am RC-Rallyfahren ist: es muss nicht viel kosten! Ein Tamiya TT01E-Scirocco mit Regler und Standardmotor kommt auf knapp €85,-; mit Kugellagern, Rallyreifen, langen Dämpfern und einer günstigen 2,4 Ghz-Fernsteuerung liegt man komplett bei rund €200,-. Natürlich ist das Bessere der Feind des Guten, ein Tamiya XV-01 Long Damper Spec ohne Karosserie und Elektronik kostet etwa €200,-. Immer noch ein interessanter Preis, und man darf nicht vergessen: Ersatzteile dafür kriegt man in fast jedem Modellbaugeschäft um kleines Geld! Aber, wir sprechen hier natürlich von Bausätzen und keinen RTR-Modellen. Was aber an sich egal ist, denn wir viel fährt, wird auch immer wieder schrauben (müssen).

Fazit und Ausblick

Die RC Rallyszene in Österreich ist klein, aber fein. In Zukunft haben wir noch einiges vor, vom Versuch einer Langstreckenrally über klassische Rallies mit unterschiedlichen Sonderprüfungen oder einem Nightrace. Und dann gäbe es da auch noch Rally Trucks …

Was die Szene braucht, sind vor allem Macher! Vom Parkplatz bis zum Waldweg lässt sich mit ein wenig Kreativität, handwerklichem Geschick und einer Portion Engagement leicht eine temporäre Strecke aufbauen, und dann kann's im Prinzip auch schon losgehen!

Also: wann kommst du zu uns in Rally Experience Austria Team?


Fotocredits: © by Thomas Richter, Michael Landerl & Jürgen Adelmann.